Variationen in Bier

Neben den »echten« Biersorten gibt es eine Vielzahl an Variationen, welche meist geringfügige und dennoch geschmacklich bemerkenswerte Abwandlungen der Sorten darstellen: Dampfbier Dieser Begriff…

Biervielfalt

Neben den »echten« Biersorten gibt es eine Vielzahl an Variationen, welche meist geringfügige und dennoch geschmacklich bemerkenswerte Abwandlungen der Sorten darstellen:

Dampfbier
Dieser Begriff geht auf die Einführung der Dampfmaschinen in den Brauereien zurück. Obergärige Biere, die mit Hilfe von Dampfmaschinen gebraut wurden, nannte man Dampfbier. Geblieben sind Marken wie z.B. Maisels Dampfbier, dessen Name auf diese Tradition zurückgeht.

Diätpils
Die Zielgruppe des Diätpils sind Diabetiker und weniger die schlankheitsbewusste Damenwelt. In einem besonderen Brauverfahren werden fast sämtliche Kohlehydrate zu Alkohol umgewandelt. Das Bier ist kalorienarm, etnhält jedoch sehr viel Alkohol, der meist wieder entzogen wird.

Dinkel
Ähnlich wie beim Weizenbier wird hier eine alternative Getreidesorte, nämlich Dinkel, verwendet.

Eisbock
Der Eisbock ist eine Variante des Bockbiers, welchem durch Gefrieren Wasser entzogen wurde.

Gose
Gose ist ein obergäriges, helles Traditionsbier im Stile eines Weissbiers aus Sachsen und Thüringen. Heutzutage wird es wieder in Leipzig gebraut. Man trinkt es mit Kümmel oder Johannisbeersaft, doch auch pur kann man es trinken. Es schmeckt dann säuerlich und erfrischend.

Icebeer
So nennt man ein Bier, dem mittels des Ice-Rifing-Verfahrens (Gefrieren) Wasser entzogen wird. Im Nordamerika der 1990er-Jahre wurde die Variante zum populären Trend, der auch nach Europa schwappte.

Landbier
Hierbei handelt es sich eigentlich nur um eine alternative Bezeichnung für das Bayerische Dunkel oder das Dunkle Lager.

Kräusen
Den Schaum, der sich nach Zugabe der Hefe an der Oberfläche bildet, nennt man Kräusen. Kräusenbier ist ungefiltert, also hefetrüb.

Pilsator
Pilsator ist eine ostdeutsche Bierspezialität, die weniger herb als Pils daherkommt – jedoch auch weniger malzig als Export.

Rauchbier
Das Malz zur Herstellung dieses Bieres wird mit Holzfeuer getrocknet und gibt den rauchigen Geschmack an das Bier weiter. Rauchbier ist eine Bamberger Spezialität.

Roggenbier
Ähnlich wie beim Weizen wird hier anstelle von Gerstenmalz Roggenmalz verwendet. Roggenbier ist obergärig.

Seefahrtsbier
Dieses Bier wird heute nur noch am zweiten Freitag des Februar im Bremer Ratskeller gebraut, zur Schiffermahlzeit. Früher wurde es am Ende des Winters den Seeleuten vor dem Auslaufen dargeboten. Das Seefahrtsbier ist sehr malzig.

Spezial
Die Spezialbiere sind meist Festbiere, die für bestimmte Anlässe gebraut werden. Solche sind z.B. das Oktoberfest, Cannstatter Wasen. Es gibt weiterhin Osterbier und Weihnachtsbier, die meist untergärig, stärker als Export sind, diesem jedoch ansonsten sehr ähneln.

Steinbier
Für das Steinbier werden Natursteine über dem offenen Feuer erhitzt und in die Maische getaucht. Der Malzzucker karamellisiert auf der Steinoberfläche. Bei der Nachgärung werden diese Steine dann erneut hinzugegeben. Das Eigentümliche an diesem Bier ist der rauchige Geschmack, ähnlich dem Rauchbier.

Wiesnbier
Entgegen landläufiger Meinung ist das Wiesenbier auf dem Oktoberfest zwar ein stärker eingebrautes Bier, jedoch kein Stark- bzw. Bockbier.

Zwickl, Zwickelbier oder Kellerbier
Das Zwickl ist ein ungespundetes Bier mit wenig Kohlensäure, naturtrüb (ungefiltert). In der Regel kann man es mit einem untergärigen, hellen Lager vergleichen.

Nun, alles verstanden? Wie Sie sehen, sind die Grenzen zwischen echter Sorte und Variation fließend. Es ist schwer zu sagen, ab welchem Grad ein Bier von einer Variante zur Sorte geworden ist. Unsere Einteilung beruht im Wesentlichen auf Veröffentlichungen des Deutschen Brauerbund, dem Zentralorgan der deutschen Brauwirtschaft. Mit der aktuell vorhandenen Kreativität in der Brauerszene kommen zudem ständig neue Varianten hinzu.

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Quelle: Deutscher Brauer-Bund e.V (www.brauer-bund.de)

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