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Biergenuss ist ein sinnliches Erlebnis im wahrsten Sinne des Wortes. Manchmal vielleicht so spannend wie ein Date, immer mindestens so anregend wie ein gutes Buch. Biergenießen sollte eine vielsinnige Erfahrung sein. Je mehr Sinne daran beteiligt sind, desto besser gleich, ob sie alle positiv angesprochen werden.

„Sein nobles Bouquet verrät seine ausgewogene Nobless. Dieses Bier ist eine Komposition wie ein Sonnenuntergang über den sanften Hügeln eines Rhonetals….“ Liebe Biergenießer und Kenner. Der Austausch von Informationen zu einem spezifischen Thema benötigt meist ein spezielles Vokabular. Auch die Bierkennerschaft hat ihr eigenes Jargon, oder entwickelt es zumindest derzeit. Aber fremd anmutendes Biervokabular oder all zu abgehobenen Formulierungen erweckt schnell den Anschein von Affektiertheit und aufgesetztem und künstlichem Getue. Aus Liebe zum Bier bitten wir: Tun Sie das Bier nicht an. Bleiben Sie authentisch, bleiben Sie echt! Beschreiben Sie ein Bier mit Worten, die ihnen auch sonst über die Lippen gehen.

Bier, egal ob es ein „gewöhnliches Bier“ ist, ein Gourmetbier, ein Charakterbier oder ein Craftbier sollte ein tun – es soll uns Freude bereiten und Spaß machen! Aber nehmen Sie sich Zeit und schalten Sie alle Sinne ein:

Hören:

Hören Sie Schaum und Kohlensäure wenn Sie das Bier in ein (sauberes) Glas füllen, hören Sie auf das Gluckern des einfließenden Bieres und das Geräusch der entweichenden Kohlensäure.

Sehen:

Prüfen Sie die Erscheinung, also Farbe, Schaum und Trübung. Nein, trinken Sie noch nicht! Sehen Sie die Bläschen aufsteigen, bis sie im Schaum verschwinden. Sehen Sie wie der Schaum aufsteigt und über den Höhen des Glasrandes eine Schaumkrone bildet. Schauen Sie, welche Farbe das Bier hat – von goldblond über kupferrot und braun bis hin zu tiefschwarz reicht das Spektrum der Farben vom Bier. Ist das Bier glanzfein und klar oder hat es eine opalisierende Trübung?

Riechen:

Prüfen Sie das Aroma und das Bouquet. Führen Sie ihre Nase über das Glas und Atmen Sie das volle Bouquet des Bieraromas ein. Welche Düfte offenbaren sich Ihnen?

Anschmecken:

Prüfen Sie den Geschmack (erster Eindruck, Antrunk). Jetzt der erste Schluck. Wie ist der? Dominiert Süße, Säure oder Bittere den ersten Eindruck.

Schmecken:

Prüfen Sie den Geschmack (Gesamteindruck). Wie hat sich der Geschmack weiterentwickelt? Sind Süße, Säure und Bittere ausgewogen? Welche Aromen steigen nun in die Nase auf?

Berühren:

Prüfen Sie den Korpus des Bieres, Vollmundigkeit und Rezens. Fühlen Sie die Fülle, des Körper des Bieres. Ist es vollmundig oder eher schlank? Hat das Bier Rezens? Prickelt die Kohlensäure auf Zunge und Gaumen?

Nachtasten:

Intensität und Dauerhaftigkeit der Bittere? Wie lang und intensiv wirken die Komponenten nach? Ist die Bittere aromatisch oder trocken?

Reflektieren:

Prüfen Sie den Gesamteindruck. War das Bier in allen Phasen präsent oder an einigen Stellen eher verhalten? Und natürlich die klassische Frage: Noch eins?

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