Quelle: Deutscher Brauer-Bund e.V (www.brauer-bund.de)
Quelle: Deutscher Brauer-Bund e.V (www.brauer-bund.de)

Was ist Extraktbrauen?

Extraktbrauen ist eine andere Art des »Brauens«. Statt der normalen Zutaten kauft man in diesem Fall im Fachhandel eine Dose mit Malzsirup und etwas Trockenhefe. Der Hersteller des Malzsirups hat den Maischprozess bereits vollständig beendet und die zähflüssige Maltose in Dosen verpackt. In den meisten Fällen ist diesen Extrakten bereits der Hopfen zugefügt worden. Natürlich kann man dem Extrakt noch selbst Hopfen zur Aromaverfeinerung zufügen.

Am einfachsten ist es natürlich, wenn man bereits gehopften Malzsirup kauft, dem man – so sagen zumindest die Anbieter – nur noch Wasser, Hefe und in manchen Fällen Zucker zufügen muss, um Bier zu erhalten. Ganz so ist es natürlich nicht, man benötigt schon einige Erfahrung und Geschicklichkeit, um aus Malzsirup ein wohlschmeckendes Bier zu kreieren. Es bleibt zu bemerken, dass selbst das beste Bier aus Malzsirup nie so schmecken wird, wie ein von Hand Gemaischtes – schmecken, tut es aber dennoch.
Sparen Sie nicht am falschen Ende! Bedenken Sie, dass es 25 Liter Bier nicht umsonst gibt. Die Herstellung des Extrakts ist ein aufwendiger und langwieriger Prozess, begehen Sie deshalb nicht den Fehler – gerade bei Ihren ersten Tests – auf einen billigen Anbieter zurückzugreifen. Qualität hat ihren Preis, und das Resultat wird Sie entlohnen.

Beim Brauen mit Extrakt, oder neudeutsch Bierkits, spricht man aufgrund seiner einfacheren Herstellung im Normalfall von Heimbrauen, wohingegen man beim umständlicheren Maischebrauen auch vom Hausbrauen spricht. Auch wenn diese Einleitung vielleicht den Eindruck vermittelt, dass Extraktbrauen sehr einfach ist, so ist dem nicht so! Sowohl beim Maische- als auch beim Extraktbrauen, sowie bei der Herstellung von jedem beliebigen anderen Lebensmittel, sollte man sehr wohl wissen was gerade passiert, und warum dem so ist. Gerade Anfänger geben sehr schnell auf, wenn das erste Bier nicht so schmeckt, wie sie es sich vorgestellt haben, doch auch beim Extraktbrauen gilt: Übung macht den Meister.

Die Gebrauchsanweisungen auf den Dosen können niemals Erfahrungen aus der Küche oder über grundlegende biologische Vorgänge (in unserem Fall die Gärung) ersetzen. Ein ungeübter Heimbrauer kann nicht erkennen, wenn die Gärung falsch verläuft, und kann entsprechend nicht reparierend einwirken. Es ist nicht immer das Extrakt schuld, wenn das Bier nicht schmeckt, deshalb geben Sie nicht so schnell auf und lesen Sie auch ein wenig in dem vorangehenden Kapitel über das Maischebrauen, denn Gärung bleibt Gärung.

Wie funktioniert Extraktbrauen?

Nachdem man im einschlägigen Fachhandel eine Dose mit Konzentrat erstanden, und die beiliegende Gebrauchsanweisung gelesen hat, kann man mit dem Brauen auch schon beginnen. Die Zubereitung des Bieres ist bei fast allen Braukits gleich, sodass nun eine grundlegende Anleitung zum Extraktbrauen mit Malzsirup folgt. Sie soll demonstrieren, dass wirklich jeder auf einfache Art und Weise sein eigenes Bier brauen kann. Im Zweifelsfall folgen Sie immer der Anleitung des Herstellers!

In einer Beziehung unterscheidet sich das Extraktbrauen in keiner Weise vom Maischebrauen: in der Sterilisation des Zubehörs. Die meisten Fehler beim Extraktbrauen lassen sich auf mangelnde Sterilisation zurückführen. Lassen Sie sich also ausreichend Zeit, um alle zum Brauen benötigten Hilfsmittel ausgiebig zu reinigen. Verwenden Sie hierfür weder Seife noch handelsübliche Reinigungsmittel. Bedenken Sie: Sie müssen das Bier noch trinken! Der Fachhandel bietet aus diesem Grund spezielle Sterilisationsmittel zu diesem Zweck an.

Trockenextrakte gegen Sirup

Trockene Malzextrakte sind Sirups, denen die Flüssigkeit entzogen worden ist. Dementsprechend werden Trockenextrakte genauso hergestellt wie Sirup, neu ist lediglich der Prozess des Dehydrierens (ein zusätzlicher Prozess, der zur Folge hat, dass Trockenextrakte teurer sind als Sirups). In Amerika wird Trockenextrakt nicht in festen Verpackungsgrößen abgegeben, man kann selbst bestimmen, wie viel Pulver man kaufen möchte.

Und genau dies ist einer der großen Vorteile von Trockenextrakten: die Portionierbarkeit. Normalerweise gilt für Trockenextrakte ein Kilopreis und man kann selber bestimmen, wie viele Eimer oder gar Schubkarren man kaufen möchte. Hinzu kommt, dass nicht der gesamte Trockenextrakt auf einmal verbraucht werden muss – entnehmen Sie so viel wie Sie benötigen und legen Sie den Rest zurück in den Kühlschrank. Beim klebrigen Sirup ist eine Portionierbarkeit zwar auch möglich, jedoch dürften nach der Portionierung Sie, der Raum, im dem Sie umgefüllt haben und die Sirupbehälter eine gründliche Reinigung benötigen.

Natürlich gibt es Unterschiede beim Brauen – denn Sirup enthält bereits Wasser und Trockenextrakt keines. Begehen Sie also nicht den Fehler und verfahren Sie mit Trockenextrakten genauso wie mit Sirup.

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