Bier.de @ „La Cité de la Bière“ in Lüttich

Bier.de - Bierblog - Eine Sadt voller Bier - Bier.de auf dem Festival „La Cité de la Bière“ im Musée de la Wallonie in Lüttich

Urlaub in Belgien ist für Freunde köstlichen Bieres ein Paradies. Unser Aufenthalt im idyllischen Aywaille, gelegen in der Provinz Lüttich in den Ardennen, bescherte uns ein Überangebot an Gerstensaft und viele tolle Attraktionen, wie z.B. die Grotten von Remouchamps oder den malerischen Wanderweg entlang des Bergbaches Ninglinspo.

Nach Stadt war uns daher eigentlich nicht mehr so. Eine Veranstaltung in Lüttich sprang uns jedoch sofort ins Auge. Das Festival „La Cité de la Bière“ im Musée de la Vie wallonne erschien uns eine Reise wert.

Los geht´s – Mit dem Bus von Aywaille nach Lüttich

Mit dem Bus ging es zur Mittagsstunde von der einen Endhaltestelle in Aywaille zur anderen in Lüttich. Eine einstündige Busfahrt über Land macht auch in Belgien wenig Spaß. Nachdem wir gefühlt an jeder Frittenbude gehalten hatten, trafen wir vor der Lütticher Oper ein. Erst am Musée de la Vie wallonne fiel uns auf, dass die Veranstaltung erst um 16:00 Uhr beginnt.

Wir verkürzten uns die Wartezeit bei einem weiteren Tasting. Der lokale Amerikaner verfügt über gleich zwei vegetarische Produkte im Burgergewand . Die Grundlage war geschaffen, nun auf zu wirklichem Genuss.

Angekommen in der Bierstadt

Um 16:00 Uhr ging es dann endlich los. Erster Pluspunkt: Im Eintrittspreis inklusive ist ein hübsches Probierglas mit dem Logo der Veranstaltung. Das Thema Souvenir hat sich damit schon am Eingang erledigt. Drinnen kaufen wir grüne Plastikbons zu je 1,50 €. Für einen von ihnen erhalten wir am Stand unserer Wahl eine Füllung des Glases. Auch das finden wir absolut ok.

Insgesamt sind 18 Micro-Brauereien anwesend. Die Atmosphäre ist sehr angenehm. Während im Innenhof lange Tafeln und ein Pavillon zum Verweilen einladen, befinden sich die Stände der Brasseries im Säulengang. Ein DJ sorgt mit sanften Elektro-Klängen für Untermalung. Im Rahmen der La Cité de la Bière finden auch Informationsveranstaltungen zur Zythologie und Braukunst statt. Leider können wir diese erst beim nächsten Mal wahrnehmen, da diese nur am Samstag und Sonntag stattfanden.

„Une Blonde, s’il vous plaît!“ – Das Bier.de-Tasting ausgewählter Festivalteilnehmer

Wir schieben uns auf die lange Bank und probieren. Da wir nicht alles auf einmal probieren können, treffen wir eine Auswahl aus den Kandidaten, die wir a) noch nicht kennen und b) uns am verheißungsvollsten erscheinen(selbstverständlich wurden nochmals Jetons nachgekauft…). An dieser Stelle möchten wir euch gerne drei der Biere, die wir probier haben, vorstellen. Ab ans Eingemaischte!

La Botteresse Blonde

Das Beste kommt zum Anfang. Nachdem die Schaumkrone schnell disappariert, entzückt uns das honigfarbene La Botteresse Blonde mit herrlicher Süße und hopfigen Zitrusnoten im Aroma. Ein federleichter Körper mit Noten von Marzipan, Mango und Zitrone überzeugt anschließend auf ganzer Linie. Zum Abgang hin machen sich feine Butternoten bemerkbar.

Täuscht der Eindruck, weil wir so lange auf unser erstes Bier haben warten müssen, oder setzt La Botteresse neue Maßstäbe in Sachen Frische und Leichtigkeit? In Lüttich waren wir begeistert. Die Gegenprobe anhand der im Supermarkt erworbenen Flaschen steht noch aus.

Leopold 7 Classic

Das Leopold 7 Classic präsentiert sich im sattgoldenen Zwirn und duftet wie eine Mischung aus Stout und Weißbier, umgarnt von einer Note hochwertiger Spirituosen, wie z.B. Cognac. So gar nicht belgisch kommt es im Geschmack daher. Am Gaumen erinnert die Bittere eher an ein englisches Ale, geprägt von Röstaromen. Körper und Finish kommt äußerst harmonisch daher, bindet die Bittere
Nicht das, was wir erwartet hatten, aber auch nicht wirklich schlecht. Gerade deshalb findet es hier Erwähnung, da es sich unserer Meinung nach von anderen belgischen Spezialitäten im Bierbereich deutlich abhebt.

Leopold 7 Timber

Die Flüssigkeit kommt in einem wunderschönen Bernsteinton daher. Ähnlich wie beim Classic machen sich beim Leopold 7 Timber Hefenoten in der Ausprägung eines Weißbierduftes bemerkbar. Dazu gesellen sich hopfige Zitrusnoten und eine angenehme Pfeffrigkeit. Die Fasslagerung sorgt für holzige Noten im Geschmack, umspielt von Zitrone, Mango in einem gut ausbalancierten Kleid.

Eigen und cool – was für das Classic gesagt wurde, trifft auch für das Timber zu. Die Biere von Leopold besitzen das gewisse Maß an Extravaganz, die sie besonders probierenswert macht.

Das Fazit von Bier.de zum Festival „La Cité de la Bière“ im Musée de la Vie wallonne in Lüttich

Der Besuch in Lüttich hat uns mehr als nur zwei hübsche Tasting-Gläser im Schrank beschert. In angenehmer Atmosphäre überraschte uns vor allem die Vielfalt der belgischen Biere, von der manch einer vielleicht ein einseitiges, kirschsüßes Bild besitzt.

Wir trafen auf nette Menschen und Überraschungen. Was ein kleines, übersehenes „r“ doch für einen Unterschied machen kann! So wird aus dem ersehnten Baguette eine Barquette und Brot zu Pappe. Naja, Hauptsache es gibt erstklassigen Käse zum Bier!

Gerne schauen wir im nächsten Jahr wieder vorbei (dann auch mit ein wenig Lehrreichem) – dieses Mal dann mit der Bahn! Vom Spaceport Lüttich (denn so sieht der Bahnhof aus) erreicht man nicht nur unser Urlaubsnest Aywaille, sondern auch die heilige Stadt Köln auf bequeme Art und Weise. Ich fürchte, mit ausreichend Zeit werden dann noch weit mehr grüne Jetons benötigt.

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