Die Bierbrauer täuschen dem Korn nun das Frühjahr vor: Mit Wärme und Feuchtigkeit. Das Korn bereitet sich darauf vor, für das Wachstum der Pflanze Stärke in Zucker umzuwandeln - das passiert beim sogenannten Mälzen. In der Mälzerei wird die Gerste zum Keimen gebracht. Im Korn selbst tut sich dabei entscheidendes: Der sogenannte Mehlkörper, der die Stärke enthält, ist durch die Arbeit der Enzyme beim Keimen weich geworden, die Zellwände sind durchlöchert und der Abbau der Stärke hat begonnen. In diesem Stadium wird die Keimung durch einen Trocknungsprozeß wieder gestoppt. Und das Produkt nennt man dann Gerstenmalz. Es schmeckt schon ein bißchen süßlich. Und mit dem Malz beginnt jetzt das eigentliche Bierbrauen. Der erste Schritt ist die sogenannte Maische. Das ist nichts anderes als gemahlenes Malz mit Wasser vermischt. Aber beim Maischen geschieht etwas sehr wichtiges: Wenn man die Maische erwärmt, dann beginnen die beim Mälzen gebildeten Enzyme zu arbeiten: Sie verwandeln die Stärke in Zucker. Und das ist letztlich das, was für die Hefegärung und für die Produktion von Alkohol gebraucht wird. Wenn man die festen Bestandteile der Maische abtrennt - also z.B. die Spelzen - dann kommt man zur sogenannten Würze. Und die abgekühlte Würze wird nun mit der Bierhefe beimpft - die Gärung beginnt. Nach ungefähr einer Woche hat die Hefe den größten Teil des Zuckers umgesetzt. Das Produkt, das dabei entsteht, wird noch einige Zeit "nachvergoren" und ist nach einer Filtration fertig für die Abfüllung. Alkohol ist ein Konservierungsmittel - Bier ist somit haltbar und immer noch ziemlich nahrhaft. Wenn Sie auf Zechtour gehen und z.B. 2 Liter Bier wegstecken, dann entspricht das immerhin einer Menge von zehn Brötchen |