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Unter der Regentschaft von Friedrich Wilhelm I. (1688-1740) wurde Bier "hoffähig". Sein legendäres "Tabakskollegium" war im Prinzip nichts anderes als der erste Stammtisch. Sein Sohn, später bekannt als Friedrich der Große (1712-1786), erlernte das Brauhandwerk schon in jungen Jahren. Die industrielle Entwicklung ging auch an den Bierbrauern nicht einfach vorüber und nahm zu Beginn des 19. Jahrhunderts ihren Anfang. Zwei grundlegende Erfindungen revolutionierten das Bierbrauen.
Im 17. Jahrhundert erfand der niederländische Naturalist Anton van Leeuwenhoek das Mikroskop, eine bahnbrechende Erfindung, die den Forschern eine völlig neue Welt vor Augen führte. Bakterien und Einzeller wurden entdeckt und nichts war mehr sicher vor dem Forschungsdrang der damaligen Naturwissenschaftler.
Am Martinstag des Jahres 1842 war es, als in Pilsen zum ersten Mal ein Pils ausgeschenkt wurde. Gebraut vom bayrischen Braumeister Josef Groll. Die Bedeutung des Bieres und seines Preises stand zu allen Zeiten bei seinen deutschen Abnehmern im Mittelpunkt des Interesses. Welche Auswirkungen eine verhältnismäßig geringe Anhebung des Bierpreises von zur Folge haben kann, zeigte im Jahre 1888 die Salvatorschlacht in München, bei der sich die Münchner Bürger gegen diese auflehnten und im wahrsten Sinne des Wortes Kleinholz schufen, indem sie in Wirtshäusern keinen Stuhl, Tisch oder Fenster heil ließen.
Loius Pasteur war es, der als erstes auf die Idee kam Flüssigkeiten zu kochen, um somit die in ihr enthaltenen Bakterien abzutöten. Aber die von van Leeuwenhoek gemachte Erfindung bildete nicht nur die Grundlage für die von Pasteur gemachten Entdeckungen, sondern half auch Bierwissenschaftlern, eine einzelne Hefezelle zu isolieren. Sie lieferten somit die Grundlage für die moderne Brautechnik und bahnten den obergärigen Bieren den Weg. Pasteur, nach dem die Pasteurisation benannt worden ist, war ein großartiger französischer Wissenschaftler, der vor allem dadurch bekannt wurde, dass es heute sicherer ist, Milch zu konsumieren (es steht auf fast jeder Packung: homogenisiert und pasteurisiert). Was heute jedoch keiner mehr weiß ist, dass die Entdeckungen von Pasteur zunächst nur von Interesse für die Brauereien waren. Erst später wurden die gemachten Entdeckungen auch auf die Milchindustrie übertragen. Pasteur war es auch, der als Erstes auf die Rolle von Hefen im Brauprozess aufmerksam machte und somit feststellte, warum der Gärprozess eigentlich einsetzt. Er lernte, dass durch ein plötzliches Erhitzen die Hefen und Bakterien abstarben, und dass Bier nicht so schnell schlecht wurde. Seine Arbeit legte ebenfalls den Grundstein für die Isolation von Hefezellen.
Im Jahre 1895 schrieb der britische Brauwissenschaftler Walter Sykes Folgendes: "Ihm [Pasteur] verdanken wir mehr als jedem anderen lebenden oder toten Mann unser gegenwärtiges Wissen über den schwierigen, und oftmals geheimnisvollen Prozess, der von lebenden Organismen getragen wird - der Gärung."
Im 18. Jahrhundert fand die so genannte industrielle Revolution statt. Dieser Boom in der Industrie brachte viele technologische Fortschritte mit sich, die man sich in den Brauereien zunutze machte. Auch wenn die Herstellung von Maschinen eine große Rolle spielte, so war die Erfindung der Kältemaschine in den 50er Jahren ein Quantensprung für die moderne Brauerei. Früher konnte obergäriges Bier nur im Winter hergestellt werden, und oft nur in kalten Kellern gelagert werden. Oftmals wurde es mit Eisblöcken aus nahe gelegenen Seen gekühlt. Es ist wohl klar, dass man zugefrorene Seen nur im Winter fand, und somit erleichterte die Kühlmaschine das Lagern von Bier und machte eine ganzjährige Produktion möglich.
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