Wieso findet man in manchen Flaschen Heferückstände?
Bei nicht allen Biersorten ist der Gärprozess zum Zeitpunkt der Flaschenabfüllung abgeschlossen. So findet bei traditionellen Weißbieren nach der eigentlichen Gärung noch eine so genannte Flaschengärung statt. Da ohne Hefe kein Gärprozess stattfinden kann, muss ein Teil der Hefe mit in die Flasche gefüllt werden. Bei dieser handelt es sich um ein natürliches Lebensmittel, sodass der Konsum gefahrlos möglich ist. Sollten Sie die Hefe dennoch nicht zu sich nehmen wollen, so warten Sie einfach bis sich diese am Flaschen- oder am Glasboden abgesetzt hat. Sie können den letzten Rest des Bieres dann wegschütten, auch wenn dies pure Verschwendung darstellen würde.
Was ist das deutsche Reinheitsgebot?
Das deutsche Reinheitsgebot ist die älteste lebensmittelrechtliche Vorschrift der Welt, die heute noch unverändert Gültigkeit hat. Erlassen wurde es von dem bayrischen Herzog Wilhelm IV. im Jahre 1516. Es besagt, dass Bier ausschließlich aus Gerste, Hopfen und Wasser
gebraut werden darf. Dank dieser Vorschrift erlangte das bayrische Bier damals eine Spitzenstellung unter den Bieren. Andere Länder des Deutschen Reiches übernahmen deshalb das Reinheitsgebot. Heute wird zusätzlich Hefe verwendet, ein Rohstoff, den man damals noch nicht kannte. Man verließ sich auf die Hefen, die in der Luft waren. Um Weizenbier herstellen zu können, erlaubt man inzwischen auch die Verwendung von Weizen anstatt der Gerste. Das deutsche Reinheitsgebot ist das Qualitätsmerkmal für Bier weltweit!
Macht Bier dick?
Den Medizinern und Ernährungswissenschaftlern ist es erst in den letzten Jahrzehnten gelungen, das allgemeine Vorurteil, dass Bier dick macht, wissenschaftlich zu widerlegen. Bier macht nicht dick, aber Bier macht Appetit! Die appetitanregenden Komponenten des Bieres, Hopfen, Alkohol sowie Kohlensäure, stimmen den Magen auf eine gute Mahlzeit ein. Dies verführt manchen dazu, mehr zu essen, als er eigentlich möchte und zur normalen Lebensweise benötigt. Bier rangiert in der Kalorientabelle mit 44 kcal/100 g weit niedriger als etwa Vollmilch (66 kcal/100 g), Traubensaft (74 kcal/100 g) oder Sekt (80 kcal/100 g).
Wie viele verschiedene Biersorten gibt es?
In Deutschland werden zwischen 5.000 und 6.000 Biersorten gebraut. Diese Markenvielfalt ist in der Welt einzigartig. Spitzenreiter bei den lokalen Biermarken sind die südlichen Bundesländer, wohingegen in den neuen Bundesländern kaum noch lokale Biermarken zu finden sind. Gerade in den alten Bundesländern ist es möglich, in den Getränkemärkten nicht nur auf die national distribuierten Marken zurückzugreifen, sondern es werden auch lokal gebraute Biere angeboten. Bei den nationalen Biermarken handelt es sich fast ausschließlich um Pils- oder Weißbiersorten. Lokale Spezialitäten wie Export, Kölsch, Alt oder Berliner Weiße finden jedoch auch Anklang. In letzter Zeit werden verstärkt obergärige Biere (Lager) angeboten, die nicht so herb wie untergärige Biere (Pils) schmecken. Alle angebotenen Biere lassen sich auf etwa 30 verschiedene Arten reduzieren.
|