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Das Hausbrauen steckt in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Es ist ein Hobby, das nur von wenigen betrieben wird. Erst nach und nach wird die Marktlücke erkannt und Spezialgeschäfte für Hausbrauen entstehen. Dies bedeutet aber nicht, dass es nur fünf Hausbrauer in Deutschland gibt! Das Problem war in der Regel die Beschaffung von Rohstoffen. Man brauchte schon besonders gute Beziehungen zu einer lokalen Brauerei, um an diese zu kommen. Dies ist heute anders – die schon angesprochenen Geschäfte bieten jegliche Art an Rohstoffen, und geben diese auch in kleinen Mengen ab. Da diese Spezialgeschäfte – meistens im Versandhandel – diese Marktlücke füllen, steigt die Anzahl der Hausbrauer in Deutschland rapide. Der Trend an sich stammt aus den USA., wo es inzwischen über 600 Geschäfte für Hausbraubedarf gibt. Im Gegensatz zum deutschen Biermarkt wurde der amerikanische bis vor rund 10 bis 15 Jahren von nur einigen Biermarken, anstatt von einigen tausend geprägt. Um dieser bierigen Langeweile zu entfliehen, entdeckten immer mehr Amerikaner das „Selbstgebraute“ für sich. Da nicht alle Lust oder Zeit zum Selberbrauen hatten, begannen einige clevere Geschäftsleute unter den Hausbrauern mit dem Verkauf ihres Bieres. Schnell wurde ihnen klar, dass dies ein lukratives Geschäft darstellte und aus den Garagenbrauereien wurden schnell große Brauereien – so genannte Microbreweries - die sich durchaus mit deutschen Brauereien messen können, und das nicht nur in der Technik - viele Microbreweries brauen nach dem deutschen Reinheitsgebot! Selbstverständlich hat die deutsche Industrie schnell erkannt, dass bei einer solchen Ausrichtung auf den deutschen Biermarkt auch deutsche Gerätschaften gefragt sein müssten – und sie hatte Recht! Die Technik für diese Brauereien stammt meistens aus Deutschland – ein neuer Markt mit unbegrenzten Möglichkeiten. Entwicklungsland Deutschland?1996 gab es in den USA 1.5 Millionen Hausbrauer, mehr als 1.500 Fachgeschäfte für Hausbrauartikel und mehr als 600 Hausbrauvereine. Diese Vereine sind meistens recht klein, doch die „American Homebrewers Association“ hat mehr als 25.000 Mitglieder. Auf der ganzen Welt werden Hausbrauvereine gegründet, die sich an regem Zulauf erfreuen. Nur Deutschland ist in Sachen Hausbrauen noch Entwicklungsland – aber warum sollte der Deutsche auch brauen – es gibt genug Biermarken zum probieren.
Die amerikanischen Bierriesen staunten nicht schlecht und sahen ihre Felle schon davon schwimmen, aber aufgrund der finanziellen Reserven stellten die Microbreweries nie wirklich eine Gefahr für diese Konzerne dar.
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