Auch im Osten Deutschlands wird Bier gebraut.
Ein wenig weiter nördlich liegt Europas Bierstadt Nummer 1 (eine Maxime, die sogar die Münchner noch nie angefochten haben): Dortmund. Das Pils und das Export ist hier das Lieblingsgetränk der Einheimischen, und wer sein Bier so sehr liebt, baut ihm sogar ein Museum: Das Dortmunder Brauereimuseum stellt auf 1.800 Quadratmetern alles Wissenswerte zum Thema Bier vor.Wer möchte, kann nun einen kleinen Abstecher nach Hamburg, Bremen oder sogar Lüneburg wagen. Lüneburg? Ja, Lüneburg – in einem alten Giebelhaus befindet sich ein Biermuseum mitsamt einer urgemütlichen Gaststätte. Was für die Lüneburger wohl selbstverständlich ist, ist für uns wohl eher erstaunlich: Das Museum befindet sich in dem ehemaligen Verwaltungsgebäude einer Brauerei, die bereits 1485 gegründet wurde. Aber auch Hamburg und Bremen – als ehemalige Hansestädte – können auf eine jahrhundertealte Brautradition zurückblicken. Nicht umsonst sind hier zwei der exportstärksten Pilssorten Deutschlands beheimatet. Hamburg hat übrigens auch ein Brauereimuseum zu bieten. Wenden wir unseren Blick nach Osten, dann führt uns unser Weg über Einbeck in die Hauptstadt Berlin. Doch zunächst zu Einbeck, der Heimat des Bockbieres. Schon im 13. Jahrhundert wurde hier Bier gebraut. Zu dieser Zeit waren es die Einbecker Brauer, die als eine der Ersten Bier mit Hopfen anreicherten. Das Bier veränderte durch den Hopfen nicht nur seinen Geschmack, sondern wurde auch haltbarer, wodurch dem Verkauf in entfernte Gebiete nichts mehr im Wege stand. Sogar die Bayern genossen das »Ainpöckisch Bier«. Erst einmal im Osten Deutschlands angelangt, konzentriert sich das Geschehen schnell auf die Hauptstadt. Eine »Berliner Weiße« sollte man hier auf jeden Fall einmal probiert haben. Achten Sie bei der Weiße auch auf die verschiedenen Variationsmöglichkeiten, die Sie mit verschiedenen Siruparten erreichen können – das grüne oder rote Getränk am Nebentisch muss nicht immer das neuste deutsche Trendgetränk sein! Noch vor einem Jahrzehnt hätte Ihre Bierreise nun abrupt ein Ende gefunden, doch dank der Wiedervereinigung stehen Ihnen nun alle Wege offen, und Sie können sich auch in den neuen Bundesländern auf die Jagd nach Bierspezialitäten machen. So zum Beispiel in Jena: Die lokale Bierspezialität ist ein Weißbier, das nach einem Geheimrezept mit einem Schuss Kümmel versetzt wird. Die ortsansässige städtische Brauerei kann übrigens auf eine über 660 Jahre alte Brautradition zurückblicken. Elisabeth von Thüringen war es, die seinerzeit die Erlaubnis zum Brauen erteilte.
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