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Pilsen
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Ceske Budejovice (Budweis)
Wer schon einmal in Amerika gewesen ist, kennt es: Budweiser aus Dosen oder der Longneck-Flasche. Aber wie kommt die amerikanische Brauerei Anheuser-Busch dazu, Bier zu brauen, das nach einer tschechischen Stadt benannt ist, und wieso heißt es in Deutschland einfach nur Anheuser-Busch „B“, und nicht Budweiser? Eine gute Frage, die tief in der Historie der Brauerei Budweis verankert ist!

Die Antwort ist im Prinzip ganz einfach - das amerikanische Budweiser ist nach der Stadt Budweis benannt worden, genauso wie ein anderes Bier von Anheuser-Busch nach der tschechischen Stadt Michelob benannt worden ist. Anheuser-Busch muss schnell klar geworden sein, dass sie nicht einfach ein Bier herausbringen können, dessen Name in keinster Weise rechtlich geschützt werden kann, denn wie jedem klar sein dürfte, hätte die Budvar-Brauerei in einem Namensstreit keineswegs den Kürzeren gezogen. Also einigte sich Anheuser-Busch 1917 mit Budvar auf folgendes: Anheuser-Busch erhielt die alleinigen Rechte für den Gebrauch des Namens Budweiser in Nordamerika, dafür verpflichtete er sich, Hopfen von Budvar zu kaufen, und strenge Qualitätskontrollen anzusetzen.

Nachdem der Vertrag unterschrieben war, hat es Anheuser-Busch allerdings geschafft große Mengen Bier zu produzieren, ohne ein einziges Gramm Hopfen aus Budweis bezogen zu haben. Ein Umstand, der für Budvar eine klare Verletzung des Vertrages darstellte, und so klagten sie noch im selben Jahr vor dem Weltgerichtshof in Den Haag. Dieser Streit wird noch heute vor vielen nationalen Gerichten ausgetragen, denn der Weltgerichtshof hat beschlossen, dass Anheuser-Busch den Namen Budweiser nicht in Europa benutzen darf. Ein Manko, das die weltgrößte Brauerei natürlich nicht auf sich sitzen lassen kann. Budvar wird übrigens gerade privatisiert, und nun raten Sie mal, wer erst vor kurzem eine Minderheitsbeteiligung bei der tschechischen Brauerei ergattert hat ...


Wie man der Geschichte der Stadt Pilsen entnehmen kann, ist die Tschechei nicht nur berühmt für das Pilsener Bier, sondern sie ist auch ein bedeutendes Hopfenanbaugebiet. Bereits 859 wurde der Hopfenanbau in Böhmen schriftlich erwähnt. Und die Exklusivität des Hopfens wurde eine ganze Zeit lang schlicht und ergreifend dadurch gesichert, dass die Ausfuhr von Hopfenstecklingen aus dem Land verboten war. Nun, Sie werden nun sicher denken, dass Hopfen gleich Hopfen, ähnlich wie Apfel gleich Apfel ist, aber weit gefehlt! Es gibt zwischen dem Saazer Hopfen und zum Beispiel dem Hallertauer Hopfen durchaus Unterschiede im Aroma. Der Hallertauer Hopfen wird übrigens auch in Hersbruck - nördlich von Nürnberg - angebaut, wo aber auch eine eigene Hopfensorte aufgezogen wird. Ein weiteres Hopfenanbaugebiet ist Tettnang in Baden-Württemberg. Aber auch andere Länder, wie zum Beispiel Belgien, Großbritannien und die USA züchten ihren eigenen Hopfen – nicht umsonst machen die deutschen Brauereien Werbung mit dem von ihnen benutzten Hopfen ...

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