| Die Obrigkeit wusste sich oft nicht anders zu helfen und ließ das Militär ausrücken. Freiwillig ergab sich natürlich niemand, und so gingen regelmäßig die Fensterscheiben und das Mobiliar der Münchner Brauhäuser zu Bruch, gelegentlich gab es sogar Tote und Verletzte. Und wer nun glaubt, dass dies im Mittelalter stattfand, weit gefehlt, die Salvatorschlacht wurde zum Beispiel 1888 geschlagen. Erst 1910 schafften es die Brauer eine Bierpreiserhöhung auf friedliche Art und Weise durchzusetzen, denn zuvor mussten die Erhöhungen immer wieder rückgängig gemacht werden. Lediglich 1823 gelang es den Brauern eine Erhöhung um sage und schreibe einen Pfennig durchzusetzen. Allerdings hatte dies auch einen guten Grund: Bei einem Feuer im Hof- und Nationaltheater waren alle Löschbrunnen zugefroren. Die Feuerwehr löschte den Brand deshalb mit Bier und räumte die Lager sämtlicher Münchner Brauereien aus. Ein vergebliches Opfer, denn das Theater brannte völlig aus, und das gesamte Bier war auch weg. Die Münchner waren aber gerne bereit, den einen Pfennig mehr zu bezahlen, da dadurch zum einen die Brauer entschädigt wurden, und zum anderen der Wiederaufbau des Theaters finanziert wurde.
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