Das radelnde Bier Im Juni 1922, als Franz Kugler, ein unternehmungslustiger junger Münchener Biergartenbesitzer, einen Fahrradweg durch den Wald schlug, der sein Gasthaus umsäumte, probierten ihn gleich über 13.000 Fahrradfahrer aus. Schnell ahnend, dass sein helles Bier nicht reichen würde, entschied sich Herr Kugler fix, das reichlicher vorhandene dunkle Bier in Zitronenlimonade zu mischen. Werbewirksam erklärte der clevere Kugler den Radfahrern, dass er dieses Getränk extra für sie erfunden habe, damit sie heil nach Hause kämen. Seitdem trägt es den Namen »Radler«. Heute auch als fertiges Biermischbiergetränk erhältlich, hat es längst einen Siegeszug ohne gleichen angetreten. Als bekannteste Marke gilt das Henninger Radler aus Frankfurt. Die Stadt ist international berühmt, nicht zuletzt durch das jährlich stattfindende Radrennen »Rund um den Henninger Turm«. Das Hofbräuhaus, München: Hier befindet sich der älteste und berühmteste Bierkeller in ganz Deutschland (und vermutlich auch der Welt). Trotz seiner riesigen Dimensionen (er fasst über 4.000 Menschen auf drei Ebenen), seines Alters (es wurde 1589 von Herzog Wilhelm V in Auftrag gegeben) und seiner – teilweise unrühmlichen politischen Geschichte - (Adolf Hitler und Vladimir Lenin haben hier ihre Verschwörungen geschmiedet), ist er dennoch ein Bierwallfahrtsort geblieben. Der Biergenuss scheint hier auf den ersten Blick zweitrangig zu sein. Das ist aber nicht der Fall. Ob Pils oder Saisonbiere die häufig auf »-ator« enden oder Maibock im Mai und Märzen von September bis Oktober oder Festbier zur Weihnachtszeit, sorgen sie alle für genügend Abwechslung auf der Getränkekarte. Alle Biere sind ein Genuss, ein moderner Klassiker. Die kleinste Kneipe Deutschlands befindet sich übrigens im norddeutschen Varel am idyllischen Hafen des Jadebusens.
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